What we talk about when we talk about Anne Frank

geschrieben am 23. April 2013 von Nina in Gelesen

Nathan Englander ist mir erst ein Begriff, seitdem er in Zusammenarbeit mit Jonathan Safran Foer eine Neuübersetzung der Haggadah herausgegeben hatte. Jetzt ist eine Sammlung von Englanders Kurzgeschichten unter dem Titel "What we talk about when we talk about Anne Frank" erschienen.

Ich habe schon eine Weile keine Kurzgeschichten mehr gelesen, obwohl ich das eine Zeit lang sehr viel gemacht habe. Dieses Buch hat mich wieder auf den Geschmack der kurzen Geschichten gebracht, jede dieser acht Geschichten ist eine Entdeckung!

Nathan Englander ist in einer jüdisch-orthodoxen Umgebung aufgewachsen bezeichnet sich selbst aber mittlerweile als "vollständig weltlich". Seine Geschichten sind eine Auseinandersetzung mit dieser orthodoxen Welt und der amerikanischen Lebenswirklichkeit heutzutage. Teilweise sehr persönlich setzt er sich mit dem Judentum, wie er es erlebt und gelebt hat, und der damit verbundenen Welt der Traditionen und Weltansichten auseinander. Die Geschichten in diesem Buch sind weise, tief traurig und trotzdem oft so lustig das ich während des Lesens laut auflachen musste.  Mir hat die Lektüre viel Spaß gemacht, mich zum nachdenken angeregt und einige der Geschichten habe ich tatsächlich mehrere Tage "mit mir herumgetragen", die wollten nicht einfach nur gelesen werden, sondern blieben in meinem Kopf hängen.

Eine absolute Entdeckung! Ich werde sicher noch mehr von diesem großartigen Autoren lesen. Dieses Jahr verpasste er den Pulitzer-Preis nur knapp, verdient hätte er ihn gehabt!

(Ich habe das Buch auf Englisch gelesen, es ist aber im letzten Winter auch auf Deutsch erschienen: "Worüber wir reden, wenn wir über Anne Frank reden", Luchterhand Literaturverlag 2012)

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